Ein ganz neuer Blick auf den Rheinhafen


     „75 Teilnehmer folgten der Einladung von Stadtführer Joachim Kempf auf die MS Froschkönig.“

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Gut vorbereitet: Stadtführer Joachim Kempf kennt sich im Hafen und dessen Umgebung aus. Foto: Teuber


        WEIL AM RHEIN (teub). Völlig neue Eindrücke vom Rheinabschnitt zwischen Dreiländereck und Stauwehr erhielten
        die Teilnehmer der Schiffsrundfahrt im Rahmen der Reihe "Weiler Hafengeschichten". Unterhaltsam und umfangreich
        informierte Stadtführer Joachim Kempf über Vergangenheit und Gegenwart des Rheinhafens samt Umgebung.

        Mit 75 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt war die "MS Froschkönig", als sie am Sonntagnachmittag ablegte.
        Als erstes Ziel steuerte Kapitän Manuel Ludwig das Kleinhüninger Hafenbecken beim Dreiländereck an.
        Die Fahrt dorthin nutzte Joachim Kempf, um einige Gebäude rechts des Rheins wie das ehemalige Glashaus
        der Firma Schetty vorzustellen. Zudem gab er einen Überblick über die Geschichte der Schusterinsel,
        deren Name nicht von ungefähr kommt, wie die Teilnehmer erfuhren: Denn das Gebiet war tatsächlich eine Insel,
        bis es 1860 an das Festland angeschlossen wurde und daraufhin erst die Entwicklung zu einem wichtigen Industrie-
        und Handelsareal begann.

        Der Weg führte flussabwärts unter der Dreiländerbrücke hindurch und am Weiler Rheinhafen vorbei bis zum
        Märkter Stauwehr. Auf dem Rückweg machte die "MS Froschkönig" noch einen Umweg vorbei am Canal Huningue
        bis zum Basler Discoschiff, ehe sie wieder am Startort anlegte.Unterwegs informierte Kempf umfassend über die
        einzelnen Sehenswürdigkeiten. Er erklärte die Besonderheiten des Krans aus dem Jahr 1934 im Hafen Süd, erläuterte das
        Vorgehen beim Containerstapeln im Containerhafen und zählte die im Hafen Nord gelagerten Güter auf.
        Zudem stellte er einige im Hafen beheimateten Firmen vor und gab seinen Zuhörern Einblicke in die Geschichte der
        Palmrainbrücke und ihrer Vorgänger sowie von Stauwehr und Rheinkorrektion.

        Joachim Kempfs Vortrag zeichnete sich dabei vor allem durch seinen großen Sinn für Details aus. Immer wieder wies der
        erfahrene Stadtführer und Rheinhafenexperte die Teilnehmer auf kleine Besonderheiten wie Bunker am Ufer
        oder die Beschaffenheit der Spundmauer hin und ließ Bilder aus der Vergangenheit herumgehen,
        um seine Erläuterungen zur Historie zu verdeutlichen.

        Bei dieser Hafenführung stimmte also alles. Nicht nur war sie durch den Charme des alten Schleppers, den tollen Ausblick
        und das wunderbare Wetter atmosphärisch sehr ansprechend, sondern durch den Vortrag auch sehr interessant und lehrreich.
        Und für Nostalgiker hielt Joachim Kempf zum Schluss noch ein besonderes Schmankerl bereit: Durch eine Fahrt auf der
        alten Fährroute zwischen Weil und Hüningen ließ er die Erinnerung an den einst sehr beliebten Transportweg wieder aufleben.